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#09 Genre-Trailer: COMEDY

Nachdem unsere Tränen vom Drama-Trailer nun hoffentlich getrocknet sind sollten wir die Salzrinnen auf unseren Backen gleich wieder befeuchten! Diesmal allerdings mit Tränen vor lauter Lachen! Hier die Bauanleitung für einen LoL-Trailer und wie man am Ende sogar einen rofl daraus macht!

Eines gleich vorweg – beim Comedy Trailer darf mit Soundeffekten und Musikschnitt nicht gegeizt werden! Denn er lebt ausschließlich davon! Ziel des Comedy-Trailers ist es, den Zuschauer von einem Schenkelklopfer zum nächsten zu führen. Zwischen den Jokes wird ein bisschen Story erzählt aber dies nur schlicht und nur so viel wie absolut nötig – denn man sollte schnell beim nächsten Lacher landen. „Oh der ist ja mal richtig lustig! Muss ich sehen!“

Hier die erste Dehnübung für eure Lachmuskeln:

Get Hard Official Trailer #1

Comedy-Trailer-Grundzutaten

1: Schlüssig erzählte Story mithilfe von Gags.
2: Exzessiver Einsatz von jump cuts, Montagen, Genre-Typischen Soundeffekten
3: Der berühmte MUSIC-STOP (der ist in diesem Genre derart wichtig das wir darauf noch penibler eingehen!)
4: Timing und Übertreibung MAKE IT BIG! Und unter Umständen macht es sogar lustiger als der Film selbst! Dafür werdet ihr zwar im Zweifel gehasst werden aber hey – ein gelöstes Ticket ist ein gelöstes Ticket.

3 wichtige Regeln (ihr könnt sie gern missachten – dann wird aber aus schallendem Lachen ganz schnell ein müdes Lächeln.)

1: Erzählt die maximal lustigste Geschichte…

…wenn es der Film nicht wirklich hergibt, werdet kreativ und lasst euch was einfallen!

2: Packt so viele Gags rein wie möglich…

…zur Not müsst ihr lustige Szenen bauen die so womöglich gar nicht existieren. Alles ist erlaubt, wenn es am Ende ein Lacher ist! Und wenn ihr wirklich lustige Szenen aus dem Film benutzt – macht sie noch lustiger und übertreibt wo es nur geht!

3: Malen nach Zahlen

Die Gags sind eure Eck- und Fokuspunkte, ihr benutzt die Story lediglich um diese auf kürzestem Weg schlüssig miteinander zu verbinden. Niemand brauch die schlichte Story einer Komödie groß erklärt! Konzentriert euch auf die Lacher! Wenn es sich um eine Komödie mit Tiefgang handelt ist das wunderbar! Aber langweilt einen damit bitte nicht im Trailer. Wenn ich Tiefgang will schau ich ein Drama – hier ist man um Spaß zu haben.

22 Jump Street Trailer

Das Trailer Puzzle

Die Ausgangsfrage die man sich stellen muss ist, wie bekommt man die Geschichte so erzählt, dass man möglichst viele witzige Gags zeigen kann?
Hinweis: Am besten, man arbeitet sich von Hinten nach Vorne durch!

Macht euch erstmal eine Liste der witzigsten Gags und Szenen aus dem Film.
Dann werdet euch klar über die absolute Kernstory des Films – die Synopse – wenn man so möchte. Mehr als das müsst ihr im Trailer inhaltlich nämlich gar nicht erzählen – keep it simple!
Wenn ihr jetzt die Story-Plotpoints benutzt um von Gag zu Gag zu kommen dürftet ihr ziemlich schnell ein gutes Grundgerüst gebaut haben. Wichtig an dieser Stelle: Ausprobieren. Rumspielen und umstellen. Schaut in welcher Reihenfolge die Dinge am lustigsten sind. Hier muss man experimentierfreudig sein und sich Zeit gönnen.

Hangover Part III Trailer

Comedy Trickkiste

Wie schon erwähnt und wie ihr in den Beispielen eventuell auch schon selbst rausgehört habt, lebt dieses Genre maßgeblich von Soundeffekten und Schnitttechnischen Stilmitteln hier mal eine Auflistung der Gängigsten Dinge die man hierfür zur Hand haben sollte:

-Picture Pushes (Wipe-Transitions) kombiniert mit Swishes und Swooshes
-Jump Cuts & Blenden (Fades)
-Cymbal Sounds/Riser (eignen sich gut um auf einen Music-Stop hinzuarbeiten)
-MUSIC-STOPS
– Punch Sounds (hier muss man intuitiv durchhören, es gibt „ernste“ Punch Sounds und welche die etwas mehr nach Slap-Stick klingen, das Sub-Genre eurer Komödie wird darüber entscheiden, was angemessen ist!)
-Der DJ-Slowdown und Vinyl-Scratch! – Vorsicht ist etwas abgegriffen aber mit Klischees kann man auch spielen!
-Dings (Die Rezeptionsklingel!)
Situative Sounds (Gongs, Harfen, Chöre, Glisses, usw.)
-Lustige „menschliche“ Töne. Ich überlass es eurer Fantasie.

All diese Sounds unterstreichen den Humor und sind dem Genre seit jeher derart zu eigen, dass ihre Bedeutung beim Zuschauer inzwischen verinnerlicht und „gelernt“ ist. Wenn man sie hört erwartet man automatisch einen Gag und weiß – Ah das ist eine Komödie!

Damit auch mal bewiesen ist, dass man nicht immer nur nach einer Blaupause schneiden muss hier der Trailer zu Good Boys, der nochmal einen eigens für den Trailer inszenierten Gag vorangestellt hat. (Man muss eben Kreativ sein, denn wie gesagt alles ist erlaubt!-Achtet mal auf den letzten Joke, der Anfänger schreit eventuell „Anschlussfehler“, der erfahrene Yoda-Editor denkt sich „You still have much to learn, Padawan.“)

Good Boys Trailer

6 Werkzeuge für lustige Schnitte

1: Musik

Wie schon einmal erwähnt ist Musik das Rückgrat eines jeden Trailers, weshalb man auch oft damit beginnt das Soundbed zu schneiden und damit die einzelnen Akte und Stimmungen zu skizzieren. Für Comedy ist Musik mehr als nur emotionale Manipulation, sie ist der Schlüssel zum Erfolg! Denn insbesondere in diesem Genre definiert sie zu über 90% den Stil des Trailers, ebenso das Timing für die Gags und die Schlagzahl des Schnitts – also den Pace. Mit ihr steht und fällt der Trailer. Comedy klingt auch nicht immer gleich. Eine Dramedy klingt anders als die Rom-Com oder die Action-Comedy.
Die besonderen Momente des Trailer müssen besonders gepolished sein! Sprich die Beats und Akzente müssen stimmen. Hierfür orientiert man sich an den Up und Downbeats aus der Musik. Nur dadurch entsteht am Ende ein Rhythmus mit dem der Zuschauer mitgeht und der befriedigt und obendrein Spaß macht. Man kann mit der Musik das sogenannte Micky-Mousing betreiben, oder sie als Konterpart einsetzen und mit ihr konterkarieren. Zu Deutsch – einmal unterstreicht die Mukke das was im Bild passiert und einmal sagt sie das Gegenteil aus – ironisch, sarkastisch.

2: MUSIC-STOPs*

Stellt einen Gag oder einen Moment maximal in den Vordergrund. Der Music-Stop ist wie das Spotlight auf einer Bühne.

3: Soundeffekte

Achtet hier darauf, dass ihr die passenden Effekte, je nach Stil und Art der euch vorliegenden Komödie auswählt. Ein Schlag kann todernst klingen, oder lächerlich. Der Sound einer Peitsche zu einer Backpfeife wäre so eine Metapher an der Stelle.
Eine Dramedy hat zudem eher sanftere Soundeffekte (wie ein Drama), eine Action-Komödie kracht dafür schon etwas lauter, ähnlich wie ein Action-Trailer.

4: Reaction-Shots

Kommen wir zur Bildebene! Das stärkste Mittel welches ihr bildlich bei der Komödie benutzen könnt sind Reaction-Shots. Jemand sagt was lustiges, und ein anderer schaut doof und lacht dann evtl. selbst laut los. DAS ist die direkte Einladung und Aufforderung an euer Publikum JETZT auch zu lachen. Es ist die „Applaus“ Leuchttafel, wenn man so möchte. Dieses Mittel setzt ein Highlight und den Fokus auf einen guten Gag. Dem ganzen zugrunde liegt zudem ein kleiner psychologischer Effekt. Wir schauen uns im Alltag oft ebenfalls unbewusst bei anderen ab, wie wir auf etwas reagieren sollen. Der Blick in die Runde bei einem Meeting zum Beispiel – wie reagieren die anderen – und kopier ich das oder nicht. Gleiches gilt hier – sieht man jemanden lachen, lacht man mit. Das Sprichwort „Lachen steckt an.“ kommt wohl nicht von ungefähr.

5: Jump Cuts & Fades

Da wir heut zutage keine Charly Chaplin Slapstick Komödien mehr anschauen, sondern viele Gags heut zu tage durch verbalen Schlagabtausch entstehen muss man Szenen oft mit Hilfe von Jump Cuts „raffen“ und stark kürzen. Hierfür sind Jump Cuts ein gängiges Mittel.
Oder man benutzt sie um einen Bewegungsablauf im Takt der Musik zu halten, das erhöht den Pace und macht es zudem „punchy“. Fades to black oder white erhöhen den Style und können den Impact mancher Szenen erhöhen.

6: Montagen

Das Ziel der Montage im Comedy-Trailer ist ein maximales Spaß-Feuerwerk! Sie soll nichts weiter außer Spaß machen. Lacher vor Logik! Wir sehen unsere Hauptfiguren in bester Laune und in den verrücktesten Situationen. Man erzählt hier keine großen Witze mehr oder viel Story. Man zeigt wie immer visuelle Bandbreite, darf kreuz und quer durch den Film springen und gibt dem Zuschauer ein Versprechen auf eine mega gute Zeit im Kino. Man erweckt nochmal überdeutlich den Eindruck, dass der Film noch witziger ist als es der Trailer überhaupt fassen kann.

Sie können prinzipiell überall im Trailer platziert werden, meistens jedoch in Akt II oder klassisch als Akt III.

Hier ein lustiger Trailer, der allerdings alle Stilmittel sehr exessiv einsetzt und wirklich aus allen Rohren feuert. (Deshalb machen Kinderthemen auch so viel Bock!!) Nachdem Trailer wisst ihr jedenfalls definitiv was ein Music-Stop ist!

Kung Fu Panda 3 Official Trailer 3

*Please do Stop the Music!

Na! Wie viele Music-Stops waren im Kung Fu Trailer gerade zu hören? 3…2…1… Antwort: Sieben!

Hier ein kleiner Einschub zu diesem unfassbar wichtigen und starken Hilfsmittel:

Der Music-Stop ist ein abruptes Ende in der Musik und zwar eins dass gewollt klingt! Es ist nicht einfach irgendwie abgeschnitten, sondern sauber nach einem Downbeat in der Musik und Handwerklich wird dieser Schnitt so veredelt dass er nach einem harmonischen Stop klingt. Dadurch lenkt ihr die Aufmerksamkeit auf den darauffolgenden Dialog, Punchline des Gags oder Moment.

3 kleine Tricks

Man muss die Musik nicht immer gleich ganz stoppen. Man kann auch erstmal einen Upcut machen und zu einem kleineren „ruhigeren“ teil der Musik schneiden und erst später und somit zeitlich verzögert stoppen. Dadurch kann man die Wirkung eines Gags nochmal in eine ganz neue Richtung bringen oder nochmal eine Schippe in der Übertreibung drauflegen. Unbedingt auch etwas herumspielen wo das perfekte Timing ist für den Stop, das kann maßgeblich entscheiden ob ein Gag zündet oder verpufft.

Manchmal muss es aber klingen wie ein ungewollter riss in der Musik! Etwa weil etwas unerwartetes passiert ist. Dann muss man absichtlich sauber etwas unsauber schneiden, und einen absichtlich nicht harmonischen Ausstieg bauen. Eben zum Beispiel unterstrichen durch den DJ-Slowdown.

Man sollte den Music-Stop zudem nach Möglichkeit immer noch veredeln durch passende Soundeffekte um sowohl auf den sich dadurch ankündigenden Stop hinzuarbeiten, diesen noch eindrucksvoller zu gestallten und letzten Endes auch smooth wieder in die Musik einsteigen zu können.

Se Germans and se Trähler

Abschließend habe ich euch noch ein wunderschönes Beispiel aus deutschem Hause. Der Trailer zu Känguru-Chroniken. Hier sieht man wie man sich selbst auf die Schippe nehmen kann, nebenbei einen kleinen Seitenhieb auf schwache Trailer, sowie auf die ewigen „alles Lustige war schon im Trailer“ – Nörgler macht und Cheat-Lines (Voice-Over) der Figuren kreativ einsetzt:

Die Känguru-Chroniken Trailer

Damit hätten wir jetzt 2 von 4 Genres bereits gelernt. Zur Halbzeit möchte ich mit euch mal wieder einen kleinen Trailer-Deconstruct durchführen und zwar Anhand einer meiner Lieblingstrailer. ACHTUNG! Es wird Spoiler geben und für maximalen Spaß für diesen Deconstruct empfehle ich euch zunächst den Film selbst anzusehen OHNE!! euch vorab einen Trailer davon anzusehen – ungespoilert! Einfach mal ins blaue den Film ohne Background-Info ansehen bitte… JETZT.

BETTER WATCH OUT – aktuell auf Netflix (Stand: 04.03.2020)

Hui! Was ein Ritt nicht wahr! Willkommen zurück und weiter im Text.

Trailer-Deconstruct: Better Watch Out Trailer 1 (2017)

Wichtig zu wissen – es gibt mehrere Trailer zu diesem Film und auch mehrere Red-Band (Hardcore) Trailer. Diese Version hier ist jedoch in meinen Augen das Non-Plus Ultra. Ich werde ab jetzt massiv los spoilern, wenn ihr also gerade cheated und den Film nicht angesehen habt, dann KEHRET UM IHR NARREN UND TUT WIE ES EUCH HAT GEHEISEN!

Mir ist es so ergangen, dass ich ebenfalls völlig unbedarft den Film durch Zufall gesehen hatte – ohne vorab Info völlig blind rein – sollte man eigentlich wieder öfter machen! Erst danach hatte ich mir den Trailer angesehen und fand das Storytelling des Trailers unfassbar genial gemacht. Als ich witzige Trailer für diesen Beitrag recherchiert habe fiel er mir wieder ein und ich sehe gleich den ersten Kommentar auf Youtube, der den gleichen Gedanken äußert wie ich damals als ich ihn das erste mal gesehen hatte:

„Just letting you guys know, the movie is totally different from the trailer. Whoever made the trailer is a genius for making it look like it has a total different storyline.“ – Kommentar auf Youtube

Geht mal in euch und fragt euch, wie würdet ihr den Film den ihr hoffentlich gerade gesehen habt trailern? Welche Geschichte würdet ihr erzählen, und wie würdet ihr sie erzählen? Wie wärs mit einem „Home Alone – Kevin Allein Zuhaus“ Ansatz? Here we go:

Better Watch Out Trailer 1

So die Geschichte des Trailers in a nutshell:

Zwei pubertierende Jungs erwarten Besuch eines schönen Mädchen in Form ihres Babysitters. Sie wird scheinbar über ihr Handy belästigt und begeht einen schwerwiegenden Fehler – sie würgt den Anrufer ab.
Dieser ist eine große Bedrohung von außen und versucht ins Haus einzudringen, hat aber nicht die Rechnung mit den beiden Kevin’s gemacht und bekommt ordentlich eins auf die Mütze inklusive Farbeimer Homage! Kurz: Wir bekommen hier wohl einen wilden Genre Mix, der ultra witzig und grotesk sein könnte und im Grunde wie „Home Alone – Kevin Allein Zuhaus“ ist, nur blutiger und gruseliger. End of story.

Wie wird nun die Geschichte erzählt und wie wird der Film positioniert: Hier die Struktur des Trailers (Achtung ich habe ihn nicht geschnitten, sondern lediglich für euch die Struktur visuell nachgebaut!)

Trailer-Struktur – Better Watch Out Trailer 1

Akt I

Hat eine Länge von ca. 29 Sekunden und setzt sich aus 3 Segmenten zusammen.
Als erstes bekommen wir kurz die friedliche Nachbarschaft gezeigt und bekommen ein Gefühl dafür wo wir uns befinden. Die Musik ist fröhlich und weihnachtlich. Zwei Jungs unterhalten sich über ihren Love-Interest.

1. Story-Card – This Holiday Season
©Well Go USA Entertainment


Als nächstes wird uns die Babysitterin vorgestellt und nebenbei wird unsere Hauptfigur verniedlicht.

2. Story Card – You may be HOME
©Well Go USA Entertainment

Im dritten Segment wird die Bedrohung von außen in Form eines ungeliebten Anrufers etabliert. Gleichzeitig wird auf tonaler Ebene die Stimmung gewechselt. Ein Soundeffekt sticht dabei durch eine leichte Verzerrung besonders hervor. Es wirkt gruselig aber irgendwie auch „komisch“ skurril. Ebenso verrät uns das Grafikdesign jetzt dass es blutig wird. Title Card 2 und 3 unterstreichen zusammen nochmal die Anlehnung an „Home Alone – Kevin Allein Zuhaus“!

3. Story Card – But you’re not ALONE
©Well Go USA Entertainment

Bis hier hin, ist der Stil des Trailers, der einer schönen Weihnachtskomödie.

Akt II

Der zweite Akt hat eine Laufzeit von ca. 1 Minute. Die ersten 30 Sekunden des zweiten Aktes – also bis zum Midpoint des Trailers – haben nun einen radikal anderen Trailer-Stil. Nämlich einen Suspence/Horror-Trailer. Es gibt keine Musik mehr, lediglich harte Soundeffekte und unheimliche Bassdrones. Viele Fades to black und Anlehnungen an Jumpscares werden hier benutzt um die Bedrohung und den Eindringling im Haus zu etablieren. Es wird klar erzählt dass unsere Hauptfigur bereit ist das Mädchen um jeden Preis zu beschützen. Es wird auf einen Klimax zum Midpoint hingearbeitet um dort dann den Stil wieder zu brechen! Ab der Mitte ändert sich die Tonalität hin zur Komödie untermalt mit einer rockigen Version des Weihnachtsklassikeres „Deck the Halls“. Es werden kurz die Festival Erfolge des Films gezeigt:

Im zweiten Akt gibt es keine Story-Cards mehr, dafür Kritiker Stimmen und positionierende Statements, mit Hinweis auf den Genre-Mix des Films und Klebeband…jede Menge Klebeband!

Der zweite Akt arbeitet nun auf den absoluten Höhepunkt mit der krassesten Szene hin, welche zugleich eine Homage an „Home Alone – Kevin Allein Zuhaus“ ist – der Farbeimer. Die Musik ist hier GRANDIOS und maßgeblich für den Witz! „Falalalala la la laaaaaaaaaaa“ (in der Timeline orange markiert!) Und gleich danach endet der zweite Akt mit der finalen Positionierung:

Positionierung – „Home Alone meets The Stranges“
©Well Go USA Entertainment

Akt III

Joa nachdem es jetzt ordentlich gerumst hat, ist Akt III mit seinen ca. 30 Sekunden die klassische Schluss-Montage mit schönen Akzenten und perfekt gepolishten Rhythmus.
Zwischen dem Filmtitel und dem abschließen Billboard gibt es noch einen kleinen Button, der auch einen kleinen Hinweis enthält und nochmal unsere Hauptfigur featured. Hierzu das erste Bild welches wir im Trailer von unserer Hauptfigur in Akt I gesehen haben:

Der erste Eindruck der Hauptfigur im Trailer – Welch freundlich Gesicht… (Shot ist in der Timeline rot markiert!)
©Well Go USA Entertainment

Und hier die Bildfolge unserer Protagonisten aus dem Trailer-Button am Ende:

Da scheint jemand ziemlich erledigt zu sein.
©Well Go USA Entertainment
Babysitter verängstigt und gefesselt.
©Well Go USA Entertainment
Der letzte Eindruck der Hauptfigur im Trailer – Welch freundlich Gesicht…last man standing (Shot ist in der Timeline rot markiert!)
©Well Go USA Entertainment

Wir die den Film bereits kennen wissen ja was wirklich los ist und was der Twist des Films ist. Den Zuschauer im Trailer durch die aggressive Positionierung auf „Home Alone – Kevin Allein Zuhaus“ auf eine falsche Fährte zu locken und eine Halbwahrheit zu erzählen ist ziemlich Advanced und sehr geschickt gemacht. Trailer-Handwerk at its very best.

Der Vollständigkeit halber lasst uns doch noch zum Ausklang den original „Home Alone“ Trailer geniesen:

Home Alone Trailer 1990

Und weil das alles Jahrzehnte her ist, wie trailert man Home Alone zum Re-Release 25 Jahre später?

Home Alone 25th Anniversary Trailer

Man beachte das grafische Design der Schlusstafeln…

In diesem Sinne! Ich hoffe ihr hattet Spaß mit diesem MEGA-Beitrag inklusive Analyse und bis bald zum nächsten Genre Nummer 3 von 4.

Danke fürs Mitlesen!
Euer Marco

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#08 Genre-Trailer: DRAMA

Ich habe jetzt lange überlegt was für diesen Blog die bessere Reihenfolge ist. Zunächst mehr ins Handwerk ala „How to Edit“ oder zunächst die einzelnen Genres und ihre Eigenheiten beleuchten und später die technische Details. Ich habe mich jetzt für Letzteres entschieden, da ich denke dass es so rum am meisten Spaß macht und etwas weniger technisch ist. Fangen wir also an und beginnen mit dem DRAMA-Trailer! Taschentücher raus und los geht’s…

Jedes Genre verlangt nach einer eigenen Herangehensweise und besitzt eigene Stilmittel welche unterschiedlich stark ausgeprägt zum Einsatz kommen. Wir werden uns im verlauf noch Comedy, Action und Horror Trailer ansehen, wir beginnen aber mal mit dem Schwierigsten!

Der Drama-Trailer ist deshalb ein kleiner Exot, weil er in Teilen negiert was wir bisher gelernt haben! „Auf einen Trailer schaut man drauf, in einen Film taucht man ein…“
Das stimmt auch, der Trailer ist eine Art „Klappentext“ für den schnellen ersten Eindruck und ist deshalb stylisch und flashy um die Aufmerksamkeit an sich zu reisen.
Der Drama Trailer verfolgt jedoch dieselbe Absicht wie der eigentliche Film. Der Betrachter soll das gleiche spüren wie später als Zuschauer des Films. Er soll sich in die Figuren hineinversetzen können um das Drama zu begreifen und zwar emotional! Er soll es spüren und durchleben können. Er muss EINTAUCHEN nur eben für einen kürzeren Moment von maximal 2 Minuten 30 Sekunden.
Ein guter Drama-Trailer ist deshalb jedoch nicht langatmig und übertrieben Melodramatisch und keineswegs weniger stylisch als seine fetzigeren Artverwandten!

Die Herausforderung bei Drama liegt weniger im handwerklichen Schnitt. Hier geht es nicht so sehr um Effekte „flash“ und die Schlagzahl ist ebenfalls niedriger als bei Comedy oder Action. Die größte Herausforderung ist hier das STORYTELLING und die Charakter-Entwicklung insbesondere auch die Zeichnung der Figuren!

Hier als Beispiel zur Einstimmung – eine ganz klassische Geschichte:

Trailer: Ein ganzes halbes Jahr.

Drama-Trailer-Grundzutaten

1: Klare und prägnante Story von Anfang an! – Kein Schnörkel!
2: Einen nachvollziehbaren und nachfühlbaren Character-Arc!
3: Sorgfältiger Einsatz von Musik, um mit dieser die Emotionen zu steuern!
4: Akzentuiertes sanftes Sound-Design um die Schlüsselmomente tief unter die Haut zu bekommen!

5 wichtige Regeln fürs perfekte Drama

1: Erzählt eine Geschichte über Leute! Nicht über Dinge oder Ereignisse

Im Drama liegt der Fokus immer auf den Figuren und deren Beziehungen zueinander. Nehmt euch auch im Trailer die Zeit intime Momente auszukosten. Am meisten ausnutzen solltet ihr – Blicke, lächeln, dramatische Pausen usw. Die inneren Konflikte der Figuren spielen eine weitaus größere Rolle, als die äußeren Events. Die Charakter-Entwicklung muss im Vordergrund stehen. Im Trailer solltet ihr die ausgewählten dramatischen Momente dramaturgisch sinnvoll verbinden und auf einen Klimax hinarbeiten.

2: Etabliert die Hauptfigur und den Plot (und zwar STARK!)

Eine oft genutzte Struktur sieht wie folgt aus: Zunächst wird die Hauptfigur eingeführt, danach die 2. Hauptfigur. Schlussendlich treffen sie beide aufeinander und der Konflikt entsteht.…
Hinweis: Weil das alles gar nicht mal so einfach, dennoch aber extrem wichtig ist, fließt die meiste Zeit tatsächlich oft ins erste Drittel des Trailers und in die perfekte Einführung der Hauptfigur. Nehmt euch diese Zeit!
Es ist normal und okay, wenn ihr in den ersten Schnitttagen noch nicht genau wisst wie am Ende alles zusammengehen wird, es ist ein bisschen wie ein Puzzle (eins mit sehr vielen bunten Teilen!)…kommt Zeit kommt Rat ;).
Tipp: Da es beim Drama-Trailer im Soundeffekt-Bereich von Haus aus dezenter und sparsamer vonstatten geht, empfiehlt es sich, diese Elemente in diesem Fall auch so lange wie möglich reduziert zu halten, da ihr sehr oft Momente und Sätze umstellen werdet bis eure Figuren-Einführung perfekt sitzt – Trial & Error. Unnötiges Gefummel in den Soundeffekten könnt ihr euch da gut erstmal ersparen.

3: Zeigt die Character-Entwicklung so nachvollziehbar wie möglich

Auch im Trailer sollte eine Entwicklung der Figuren erzählt und gezeigt werden. Wo befinden sie sich am Anfang und wo am Ende der Geschichte. Hierzu helfen euch transformative Szenen und Sätze (also die in denen ein Entwicklung erkennbar wird). Die Aufgabe besteht dann darin, diese sinnvoll zu verbinden.

Ein starkes Beispiel zum Thema Charakter-Entwicklung und Figuren Zeichnung:

Trailer: The Danish Girl

4: Eure Figuren müssen Konstant liebenswert sein/bleiben oder zumindest müssen deren Motivationen nachvollziehbar sein

Im Film selbst ist die Zeit da, um die Vielschichtigkeit einer Figur darzustellen – im Trailer nicht. Ihr solltet deshalb im Trailer konstant dafür sorgen, dass eure Figur liebenswert ist. Mindestens jedoch müssen ihre Beweggründe nachvollziehbar sein und das konstant.
Deshalb ist hier besondere Sorgfalt gefragt, welche Szenen und Sätze man reinnimmt, und welche Fettnäpfchen man lieber umgeht.

5: Zeichnet immer einen Silberstreif an den Horizont!

Stellt IMMER ein Happy End oder einen „Uplifting-Moment“ in Aussicht! Auch wenn der Film am Ende keines hat!

Wer meint, er ist am dramatischsten je ehrlicher und schonungsloser er hier erzählt IRRT GEWALTIG! Dem Zuschauer keine Hoffnung geben, ist wie Kindern zu sagen der Weihnachtsmann wäre nicht echt – man macht sowas einfach nicht.

Zudem geht der Schuss nach hinten los. Niemand geht ins Kino um am Ende mit einer Depression nach Hause zu gehen. Verkauft auf keinen Fall diese Option im Trailer.

Und hier ein schönes Beispiel, das ziemlich tief unter die Haut geht und epischere Töne anschlägt:

Trailer: Louder than bombs.

3 Werkzeuge für einen emotionsgeladenen Schnitt

1: Pacing

  • Im Vergleich zu Comedy- oder Action-Trailer hat der Drama-Trailer meist ein etwas langsameres Tempo und er ist selten „flashy“ oder mit Effekten überladen. In einen Drama-Trailer soll der Zuschauer wie beim Film selbst ebenfalls in die Emotionen der Figuren eintauchen und sich mit den Figuren und deren Drama identifizieren.
  • Nicht zu viele dicht an dicht gepackte „Info“-Dialoge. Back to Back talking verhindert, dass der Betrachter sich einfühlen kann. Hier eher die Momente auskosten und wirken lassen.
  • Ein starker Übergang in den dritten Akt! Oft ist es eine Key-Line oder ein Schlüsselmoment der die ersten zwei Drittle des Trailers an den Höhepunkt bringt um dann im dritten Akt in eine gefühlsvolle Montage überzugehen.

2: Musik & Soundeffekte

  • Sucht die Musikstücke, die zu den Emotionen passen, die ihr transportieren wollt. Da sich diese im Trailer teilweise in den Akten modulieren – also variieren – werdet ihr meist mehr als nur einen Titel brauchen (kleiner Sidefact, selbst bei einer 30 Sekunden Promo habe ich selten weniger als 3 Musikstücke!)
  • Schneidet die Musik, damit sie exakt für euren Trailer passt!
    Entweder durch Extension – ihr verlängert den Track durch loops.
    Oder durch einen Upcut – ihr kürzt den Track entsprechend, so dass evtl. ein größerer Moment bereits früher kommt.
  • Benutzt softe Soundeffekte um Momente zu akzentuieren! Beim Drama sind das häufiger leichte „cymbals“ und softe „drumrolls“ -> Besonders bei der Montage im letzten Akt wird das wichtig AUßER, hier wird im Zuge einer Musikkooperation ein bekannter Song verwendet. Dieser soll und muss dann weitestgehend „störungsfrei“ benutzt werden. Hier legt man dann Schlüsselbilder auf passende Lyrics.

    Hinweise: Musikschnitt ist ein eigenes Thema über das wir uns noch im Detail unterhalten werden! Im Grunde ist Musikschnitt, das wovon ein guter Trailer lebt, deshalb wird es hierzu eine ganze Reihe an Beiträgen geben wenn wir ins Handwerkliche gehen!

3: Montagen

Wenn in den ersten zwei Dritteln des Trailers im Grunde eure Story erzählt ist, schließt ihr mit einer Montage ab und drückt nochmal richtig auf die Tränendrüse!

  • Die Musik ist hier jetzt auf ihrem absoluten Höhepunkt!
  • Innerhalb der Montage solltet ihr eine große Bandbreite an Emotionen zur Schau stellen.
  • Ihr könnt ein tragendes Dialog-Grid durch die Montage benutzen oder spätestens hier ist nun auch die Möglichkeiten für Story-Cards.
  • Hier sollte auch noch mal das „Messaging“ deutlich werden, ggf. durch eine Verbale-Message die nochmal das Hauptthema unterstreicht.
  • Bringt hier unbedingt noch mal ein bisschen Größe und Weite (Scope) rein! Nicht zu viele klaustrophobische Bilder. Immer wieder mal visuell interessante Wide-Shots einstreuen.
  • Endet auf dem stärksten Moment! – Meistens ist das ein Close Up der Hauptfigur! Und endet mit einem hoffnungsvollen Unterton egal wie tragisch der eigentliche Film auch sein mag! – An alle Debütfilmemacher des deutschen Dramas…I MEAN IT! <3

Hierzu noch ein Beispiel: Wenn es erstmal richtig kracht und alles andere als soft reingeht – das Prinzip Hoffnung bleibt aber auch hier bestehen.

Trailer: The Impossible Official International Trailer

Zum Abschluss: Da ich im letzten Beitrag ja schon zur Watschen (Schelle) gegen schwache Trailer zu deutschen Filme ausgeholt habe, hier ein Akt der Versöhnung. Denn so wie es gute Deutsche Filme gibt (glaubt es ruhig!) so hat manch einer davon auch einen guten (besseren) Trailer! Hier ein schönes deutsches Beispiel für einen Drama-Trailer:

Trailer: Dieses bescheuerte Herz.

Na habt ihrs gesehen? Gleiche Struktur, wie die internationalen Vorbilder, ähnliche Herangehensweise. Hier und da handwerklich etwas schwächer und weniger geschliffen aber auf der Skala schon recht weit oben und sehr, sehr solide und schön gemacht. Für alle Leser die hier nicht nur zur Inspiration Schmökern sondern ggf. auch ihre Schnittfertigkeiten trainieren wollen – versucht mal die Trailerbeispiele zu analysieren auf Strukturen und Techniken. Dann übt sich das schon mal ein und dann machen die späteren technischeren Beiträge Dank einem möglichen „Aha-Effekts“ evtl. auch mehr Spaß ;).

In diesem Sinne! Ich hoffe mein Blog kann euch in der aktuellen Lage ein wenig die Zeit vertreiben! Ich bemühe mich um raschen Nachschub an inspirativen Lesestoff. Entschuldigt, dass es nun zunächst mit dem Drama losgegangen ist, das war Inhaltlich allerdings nötig um den Bogen leichter zu den anderen Genres spannen zu können. Dafür folgt als nächstes Comedy-Trailer! Freut euch drauf! <3

Vielen Dank fürs Mitlesen, bleibt gesund und achtet auch auf eure Nächsten!
Euer Marco

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#07 Trailer-Storytelling: Die Geschichte finden, die den Film verkauft!

Kurz nochmal zusammen gefasst: Ich denke Filme wie Matrix, Inception, Cloud Atlas uvm., welche einen sehr komplexen Plot haben, beweisen mit ihren jeweiligen Trailern sehr wohl, dass der Film, dessen Geschichte nicht mundgerecht in einen Trailer gepackt werden kann, erst noch geschrieben werden muss.

Da ein Trailer aber im Grunde die Log-Line des Filmes wieder gibt und jedes Drehbuch und jeder Film auf einer Log-Line basiert bin ich hier optimistisch, dass auch in Zukunft zu jedem Film ein guter, spannender Trailer möglich sein wird.

The Sixth Sense – Ich sehe schwache Trailer
©Walt Disney Studios Motion Pictures

Es ist auch kurz an der Zeit euch wissen zu lassen, weshalb ich das Bedürfnis hatte diesen Blog zu starten. Ich sehe SO VIELE SCHWACHE Trailer da draußen, dass es mir das Herz zerreisst. Ich rede hier oft von Trailern zu deutschen Filmen, die stilistisch oft nicht im Ansatz mit amerikanischen Trailern mithalten können. Da wird sich dann gerne über das Budget herausgeredet. Ein schwacher Trailer kostet oft mehr, wie ein starker! Monitär liegen beide idR gleich auf. Der eine kostet u.U. jedoch zzgl. Zuschauer, der andere bringt sie ein!

Auch das haben Trailer und Filme also gemeinsam!

Ich bin der festen Meinung, da es der deutsche Film beim Publikum eh schon schwer genug hat, muss (oder darf) er nicht auch noch bescheiden verkauft werden! Bescheidenheit, 😛 ist in der Werbung fehl am Platz, da ein Trailer Vollgas benötigt und keine angezogene Handbremse. In Zukunft soll es hier auch Beispiele mit konstruktiver Analyse geben. Bis dahin gebe ich euch alle nötigen Grundlagen for free in diesem Blog an die Hand – in der Hoffnung – ein Bewusstsein für gutes Trailer-Handwerk zu schaffen. Ebenso arbeite ich daran, dass bald auch Kolleginnen und Kollegen hier zu Wort kommen.

Was man aus dem Film benutzen sollte

1: Dinge, welche die Hauptfigur vorstellen und charakterisieren. -> etwas das zudem Aufmerksamkeit erregt. Introduction von BABY in Baby Driver ist hier der Maßstab!

Beispiel-Briefing: Vorstellung des Hauptcharacters. So, dass der Zuschauer auch gleich einen Hint auf seine besonderen Fähigkeiten bekommt, und er eine präzise Vorstellung der gesamt Tonalität des Films erhält. Musik muss als wichtiger Bestandteil erkennbar werden, ebenso sollte die größere Rahmenhandlung (Heist-Story) erzählt werden. Das alles in 35 Sekunden ohne lange erklärende Dialoge? Don’t tell it…SHOW IT ala Baby Driver!

Baby Driver – Official International Trailer

2: Dinge, welche die Einzigartigkeit des Filmes, den USP oder „Unique-Hook“ klar herausstellen. Auch dies erledigt der Baby Driver Trailer gleich im Intro zum Teil mit.

3: Dinge, welche die Hauptstory, Log-Line wiedergeben.

Sollte man bei einem Film Schwierigkeiten haben diese Dinge mit den Dialogen erzählen zu können gibt es die Möglichkeit, Title-Cards mit Schlagworten oder Story-Cards ergänzend zu benutzen. Auch der hin und wieder veraltet wirkende Voice-Over kann benutzt werden. Richtig verwendet, kann das auch heute noch gut wirken! In der On-Air Promo kommt er dafür umso öfter noch zum Einsatz und ist Standard. Schönes Beispiel für tollen Voice-Over Einsatz mit ADR/Cheat-Lines der Filmfiguren:

Prosieben Star Wars Eine Neue Hoffnung Ankündigungstrailer

Und hier ein klassischer Einsatz mit Station-Voice:

ProSieben – On-Air Promo Star Wars Eine neue Hoffnung

Was man aus dem Trailer zum Film UNBEDINGT herauslassen sollte muss

1: Unwichtige Introduction von Nebencharakteren. Namen rauslassen und nicht weiter erklären/vorstellen!

2: Langweilige und langatmige Erklärungen! Das sollte man im Film selbst schon nicht machen, erst recht nicht im Trailer. Jeder jung Produzent und Regisseur schmeißt gerne mit der alt Weisheit „Show it don’t tell it!“ um sich… ich frage mich warum deutsche Trailer dann so oft am „tellen“ und so wenig am „showen“ sind…

Hierzu ist auch oft ein starkes Umschreiben mancher Sätze nötig. Das im vorherigen Beitrag beschriebene „cobblen“ von Sätzen kommt dann zum Einsatz. Wann immer man einen Sachverhalt in 5 statt in 10 Worten erklären kann…go for it!

3: Sogenannte „Pandoras Box-Lines/Szenen“: Das sind alle Elemente der Geschichte, welche neue Fragen aufwerfen würden, welche man dann wiederum langwierig erklären müsste wodurch der Trailer nur unnötig kompliziert und komplex wird.
Das ist dann nicht nur Verwirrend für den Betrachter SONDERN nach kurzer Zeit auch total uninteressant – langweilig.

Tipps zum Arrangieren der Grundstruktur

1: Überlegt euch was ein starker ERSTER und was ein starker LETZTER Moment des Trailers sein könnte.

2: Eröffnet mit einer imposanten Vorstellung der Hauptfigur.

3: Endet auf dem besten Moment, den euch der Film bietet, oder den ihr selber bauen könnt! Die letzten 30 Sekunden eures Trailer sollten die sein, die man nicht mehr vergisst! Seid euch bewusst, dass es hoch wahrscheinlich ist, dass der einzige Moment aus eurem Trailer, an den ein Zuschauer sich erinnern wird, meistens diese letzten 30 Sekunden sind! MAKE!…THEM!…COUNT!

Wenn ihr all das getan habt könnt ihr richtig loslegen… Vereinfachen, vereinfachen, vereinfachen! Verliebt euch nicht in Szenen, Sätze oder Momente – lasst rigoros alles raus was nicht weiterhilft! Den Frame den man im Spielfilmschnitt erst recht noch auskosten würde, lässt man im Trailer IMMER weg! Tight geschnitten muss es sein!

Eure Trailer-Story muss schlicht, leicht verdaulich und dennoch etwas einzigartig sein. Am Ende muss der Betrachter sagen können: „Ich weis jetzt worum es geht (oder glaube es zu wissen) und der Film sieht gut aus! Will ich sehen.“ Wenn sich der Trailer gut anfühlt und in Summe Spaß macht, ist alles richtig! Wenn aber der Trailer einen schon langweilt…

Abschließender Hinweis: Missversteht das Wort Spaß bitte nicht! Natürlich soll ein Trailer zu einem Drama nicht wie ein Action-Film Trailer geschnitten sein! Aber wenn ich im Drama-Trailer die richtigen Emotionen spüre, dann hab ich in dem Moment als Drama-Begeisterter Zuschauer auch „Spaß!“ weil ich das bekomme, was ich erwarte! Drama-Trailer müssen deshalb aber nicht langatmig und langweilig geschnitten sein um „emotional abzuholen“ auch hier muss (oder sollte man) dick auftragen und stilisiert arbeiten. Näheres dann bei den Genre-Beiträgen!

Auch bei Trailern ist übrigens eine runde Geschichte am schönsten – deshalb hier ein starker Trailer zu The Sixth Sense ;). 38 Sekunden für alles was wichtig ist in Akt I.

The Sixth Sense -Trailer (1999)

Vielen Dank fürs Mitlesen!
Euer Marco

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#06 Recherche & Vorbereitung: Den Film filetieren für den Trailer-Schnitt

Genau wie beim Spielfilm-Schnitt (oder Schnitt im Allgemeinen) ist auch beim Trailer-Schnitt Organisation der Schlüssel um schnell, effizient und ungehindert kreativ arbeiten zu können! Am Ende wird ein spektakulärer Trailer mit schnellen und eindrucksvollen Bildfolgen entstanden sein, der dem Betrachter den Puls höher schlagen lassen wird…aber am Anfang bereiten wir uns erst einmal geradezu meditativ und gelassen darauf vor und lernen den zu bewerbenden Film in- und auswendig kennen um ihn gut positionieren zu können!

Der erste Schritt beim Trailer-Schnitt ist der wichtigste und von außenstehenden Hektikern gern als der „zeitraubendste“ verkannt. FILM SCHAUEN!
Und zwar so wie es ein Zuschauer auch tun würde (nur ohne Handy nebenbei :P).
Im ersten Durchgang versuche ich Notizen auf ein Minimum zu reduzieren, sondern konzentriere mich 100% auf den Inhalt.

Danach geht es los! Im Folgenden beschreibe ich Euch die Arbeitsschritte nach Lehrbuch zum trailern eines Spielfilmes. Vieles davon lässt sich aufgrund Bearbeitungszeit in der On-Air Promo – wo man es oft mit ganzen Serienstaffeln zu tun hat – nicht zwingend derart detailliert umsetzen aber um „Regeln“ zu brechen sollte man sie kennen…

Der Dialog-Breakdown

Dialog-Breakdown für On-Air Kombi-Trailer

Jeder im Film gesagte Satz (JEDER!) wird zunächst aus dem Material geklammert und als Sub-Clip abgelegt. Diese einzelnen Clips pro Satz werden wie folgt benannt:

Rollen Name“ – „Dialog“
Bsp.:
Marco – Klingt nach einer menge Arbeit!
(…)

Wenn man diese per Textsuche, durchsuchbare Dialogliste vor sich hat, beginnt man mit den folgenden Schritten die Geschichte des Trailers aus den Dialogen zu bauen:

1.: Sätze die, die Story erzählen heraussuchen.
2.: Oft muss man hierzu Sätze „cobblen“, um völlig neue Sätze, welche im Film so nicht gesagt werden, zu bauen.

Bsp.:
Am Anfang des Films sagt die Figur den Satz:

Marco – Klingt nach einer Menge Arbeit!

Und am Ende des Films eventuell diesen Satz:

Marco – Ich hätte niemals gedacht, dass ich mit euch so viel Spaß haben werde.

Für den Trailer können wir dann folgenden Satz (bspw. als Reaktion auf etwas cooles, das wir im Trailer zuvor gezeigt haben) aus diesen beiden Sätzen „cobblen“:

Marco – Klingt nach einer Menge Spaß!

3.: Suchen nach generischen Charakter-Reaktionen „Shout-Outs“ um Momente zu highlighten. Bspw. Neos WOW, nach der Häuserschlucht Action gleich zu Beginn des Matrix-Trailers. – Hier gehts zur Auffrischung zurück zum Artikel!

Der Visual-Breakdown

Visual-Breakdown für On-Air Kombi Trailer.

Der Visual-Breakdown dient dazu die wichtigsten Bilder aus dem Film für den Trailerschnitt zu kategorisieren und ermöglicht später im Schnitt schnellen Zugriff auf das benötigte Material. Hierzu schneidet man sich die jeweiligen Bilder in eine Sammeltimeline pro Kategorie. Der Visual-Breakdown kann in drei Überkategorien eingeteilt werden:

Main-Visuals

Diese Kategorie sieht für jeden Trailer gleich aus. Hier findet man:

Scope-Shots

Das sind alle Bilder aus dem Film, die Größe vermitteln. Totalen von Landschaften, Städten etc. Die sogenannten Wide-Shots eben.

ID-Shots

Imposante Einstellungen von Hauptdarstellern. Schöne Close-Ups beispielsweise oder eindrucksvolle Aktionen. Money-Shots.

Accents

Alles was man akzentuiert auf einen Beat in der Musik oder auf einen Soundeffekt legen kann. Drücken eines Knopfes, Umlegen eines Hebels, Öffnen einer Tür, Schlag auf einen Tisch, hochziehen einer Augenbraue, eindrucksvolle Kopfdrehung, durchladen einer Waffe usw.

Reactions

Schöne Blicke und non-verbale Reaktionen.

Genre-Spezifische-Visuals

Hier kommt alles rein, was sich vom Genre des Films ableitet. Zum Beispiel Slapstick-Gags bei einer Komödie, Fights bei Action, emotionale Momente bei Drama, und Jump – Scares bei Horror.

Film-Spezifische-Visuals

Hier kann man zusätzlich noch Dinge reinpacken, welche eventuell den USP des jeweiligen Filmes abbilden. Bei Harry Potter wären das alle Zaubersprüche und bei Herr der Ringe alle Bilder in denen der Ring zu sehen ist. – Man kann aber auch philosophieren ob der eine Ring nicht auch ein Character ist – dann packt man ihn eben zu den ID-Shots bei den Hauptdarstellern. 😉 Das hier ist nach purem Gusto und ihr könnt das so organisieren wie es für eure Zwecke passt – respektive wie es eure Zeit erlaubt!
Manchmal reicht die Zeit auch nur für schnell gesetzte Marker.

Was hat man davon sich diese Arbeit zu machen?

Im besten Fall den Trailer im Kopf/auf dem Papier fertig zum zusammen bauen!
Hier in dieser Phase entsteht der Trailer!
Was viele nicht verstehen, der Trailer entsteht NICHT beim eigentlichen schneiden/zusammen bauen. Wie der Film selbst entsteht er auf dem Papier! Respektive im Kopf des On-Air Producers/Editors. Die besten Ideen wie man all diese Elemente zu einem spannenden neuem Ganzen – den Trailerzusammenfügt, entstehen in der Zeit, in der man sich beim auseinandernehmen des Filmes eben genau mit diesem Film beschäftigt!Das hat durchaus was sinnliches manchmal!

Durch die filetierten Elemente erhält man schnellen Zugriff auf die einzelnen Bestandteile, so wie man sie für den Trailer braucht, losgelöst von ihrem eigentlichen Kontext im Film. Dekontexturieren ist unumgänglich und Hauptaufgabe im Trailer-Schnitt.

Da der Film nun in seinen Einzelteilen vor uns liegt, schauen wir uns im nächsten Beitrag ein paar Tipps an, wie man aus dem ganzen Rohmaterial das Story-Gerüst baut und vor allem – überhaupt eine Story für den Trailer innerhalb des Materials findet.

Vielen Dank fürs Mitlesen!
Euer Marco

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#05 Film-Produkt-Positionierung: „Schiff der Träume“ oder „Stahlkollos des Todes…“ TITANIC Die Kunst – Kunst zu verkaufen!

Für gewöhnlich ist ein Teaser/Trailer das erste was potentielle Zuschauer vom jeweiligen Film oder Serie etc. zu Gesicht bekommen. Es ist der erste Eindruck, der oft darüber entscheidet, ob der Betrachter des Trailers später zu einem Zuschauer konvertiert oder nicht. Die Verantwortung den Film entsprechend gut zu positionieren ist entsprechend groß und seine potentielle Zielgruppe zu kennen ist daher unerlässlich.
ACHTUNG: Hier findet sich das häufigste und größte Missverständnis wieder! Die Zielgruppe eines Trailers ist nicht zwingend identisch mit der Zielgruppe des eigentlichen Filmes! Widersprüchlich? Keines Wegs!

Was ist Positionierung?

Beim Positionieren geht es aus Marketing-Sicht darum, die Stärken und Qualitäten eines Produktes, in dem Fall eines Filmes, herauszustellen und passend an eine Zielgruppe zu kommunizieren.
Dieser Punkt ist deshalb so wichtig für die Arbeit im Trailer-Schnitt, da der Stil in welchem der Trailer gefertigt wird maßgeblich von der beabsichtigten Positionierung beeinflusst wird!

Die Basics – Das Konzept

Zunächst wird folgendes als Grundlage herangezogen:

-Worum geht es im Film?
-Wer soll angesprochen werden?


Aufbauend auf dieser Fragestellung wird ein Konzept entwickelt. Das Konzept des Trailers wird so entwickelt, dass folgende Punkte darin berücksichtigt sind:

-Einfaches und griffiges Storytelling
-nicht verwirrend
-der USP des Films wird herausgestellt und einprägsam präsentiert


-> Die Betrachter des Trailers, sollen einen Anreiz erhalten sich über den Film zu Unterhalten! Hierzu muss es den Leuten möglich sein, Dinge zu kategorisieren und selbst zu labeln.
„Ah das ist doch der Film, in dem…
…Schauspieler XY mitspielt!“
…sie sich in eine Computersimulation einklinken!“
…mit Kugeln um die Ecke schießen können!“
…Lebenszeit ihre Währung ist!“
…sie die Träume von Leuten manipulieren!“
…er sich als Lehrer ausgibt und den Schülern zeigt wo es lang geht!“

(…)

Die Tonalität

Mit der Tonalität wird festgelegt, wie das entwickelte Konzept inhaltlich präsentiert wird.
Hier wird also der Schnitt-Stil des Trailers definiert und welche Zielgruppe mit dem Trailer(!) angesprochen werden soll. Um die Frage vorweg zu nehmen – ja. Oft verkauft man einen Film an eine Zielgruppe für die er eventuell nicht primär gemacht wurde!
Dennoch spielt natürlich das Genre sowie das Subgenre, welchem der Film angehört eine maßgebliche Rolle für die Tonalität des Trailers, denn die DNA des Films muss sich im Trailer wiederfinden, selbst wenn dieser aus Gründen der Vereinfachung die Geschichte anders oder nur einen Teil von ihr erzählt. Die besten Momente des Films werden dann so stylisch wie möglich für die Trailer-Zielgruppe präsentiert.

FALLBEISPIEL: James Cameron’s TITANIC (1997) bis 2012: Vom (zu) langen Liebesfilm zum Phänomen der Filmgeschichte mit Kultstatus!

Sehen wir uns das Thema Positionierung und Tonalität am Beispiel von TITANIC an. Eins kurz vorweg: Titanic ist und bleibt wohl mein absoluter Lieblingsfilm, den ich von Kindesbeinen an bis heute nicht nur sprichwörtlich über 100 mal gesehen habe, sondern dies wohl tatsächlich geschafft habe.

Ich bin mir sicher jeder hier von uns weiß genau wie ein Trailer zu Titanic auszusehen hätte. Hoch emotionale Musik, die schönsten und prunkvollsten Bilder vom Schiff, sowie die schönsten ID-Shots (Begriffserklärung folgt bald!) von Kate Winslet und Leonardo DiCaprio. Fertig ist der Trailer! Hier ein On-Air Promo Beispiel, welches als größeren Überbau noch die Weihnachtsprogrammierung kommuniziert aber tonal in genau diese Kerbe schlägt:

TITANIC On-Air Promo RTL „Weihnachten ist gerettet“ (2000)

Und weil die Positionierung von TITANIC glasklar zu sein scheint hier noch ein Beispiel von ProSieben von 2007:

TITANIC On-Air Promo ProSieben „Weihnachten“ (2007)

Wichtig hierbei zu wissen ist jedoch folgendes: Der Film erschien ursprünglich 1997. Er mutierte zum erfolgreichsten Film aller Zeiten und machte Kate Winslet und Leo über Nacht zu Superstars! Wie immer jedoch, ist der Erfolg am Ende der Geschichte nur die Spitze des Eisbergs! Sehen wir uns an wie der Film zu seinem Kinorelease ursprünglich positioniert wurde – ihr werdet Augen machen!

TITANIC 1997

TITANIC 1997 – Original Trailer (US-Short)

Celines Geflöte suchen wir hier also vergeblich und auch sonst ist nicht viel los mit „I’m flying Jack, I’m flying!“. Manch einer fragt sich jetzt eventuell wie zum Henker man auf die Idee kommt diesen tollen Film derart „düster“ und maskulin zu promoten… nun weil es zu der Zeit das einzig Richtige war.

Wie bereits 1977 bei Star Wars, hatte 20th Century Fox auch 20 Jahre später bei TITANIC große Sorge, dass dieses Mammutprojekt eventuell zum Millionengrab wird. (Mit 250 Millionen Dollar, damals teuerster Film aller Zeiten!)
Die Zielgruppe für einen 194 Minuten langen LIEBES-Film ohne Superstar in der Hauptrolle (lediglich zwei potentielle Newcomer Anfang 20!!) erschien äußerst klein. Den Gesichtsausdruck mancher Männer, wenn deren Frauen sagten „Schatz gehen wir in Titanic?“ kann man ja sogar heute noch bewundern, wenn es um den heimischen Filmabend geht!

Nicht zuletzt dürfte James Cameron’s Filmographie ebenso ein wichtiger Faktor gewesen sein. Seine drei Filme direkt vor TITANIC waren:

-True Lies (1994)
-Terminator 2 – Tag der Abrechnung (1991)
-Abyss – Abrgund des Todes (1989)


Und dieser Mann der uns die größten Action-Klassiker geschenkt hat kommt nun mit einer Liebesschmonzette um die Ecke. Es machte also durchaus Sinn zu versuchen die Fans seiner bisherigen Werke von TITANIC zu überzeugen, in dem man den Film eher als actiongeladenes Spektakel positioniert! – Geschadet hat es wohl nicht ;).

Etwas mehr Story gab es dafür im ultra Langen „Showest“ Trailer, der aber auch hinten raus eher auf die Action einzahlt. Die romantischeren Elemente des Films wurden dann seinerzeit in den TV-Spots präsentiert (da man hier mehr Frauen erreichen konnte!) Hier noch der Showest-Trailer:

TITANIC Showest Trailer 1997.

TITANIC (3D) Re-Release 2012

2012 war dann endlich das Jahr, in welchem ich meinen bis dahin schon 100 mal gesehenen Lieblingsfilm endlich so sehen konnte wie es sich gehört! Digital-Remasterd auf einer großen Leinwand in perfektionistisch konvertiertem 3D!
Es war auch das Jahr, in welchem der Film endlich den Trailer bekam, den er verdiente – wenn auch sicher nicht den, welcher ihn 1997 zum Erfolg geführt hätte!

TITANIC 3D Re-Release Trailer 2012

Hier handelt es sich nämlich eher um einen Marketing-Trailer, welcher ein Event promoted (den Re-Release!) und nicht den eigentlichen Film. Der Trailer bezieht seine Power aus dem Kultstatus den der Film in Anderthalb Jahrzehnten bereits erreicht hatte und wiegt uns in emotionaler Nostalgie, da er uns den Film an sich nicht mehr verkaufen oder erklären muss.
Er muss uns lediglich daran erinnern wie groß , spektakulär und emotional überwältigend der Film war und immer noch ist. Und am wichtigsten…wir können wieder an Board gehen und zwar in 3D!

Was man mitnehmen sollte

Nebenbei haben wir hier auch eventuell gesehen, wie sich die Art zu trailern über die Jahrzehnte verändert hat und dass auch Trailer sich mit der Zeit in ihren Stilmitteln weiterentwickelt haben.
Hauptlearning ist aber, dass man einen Film durchaus unterschiedlich positionieren kann und ggf. auch sollte! Das kann manchmal extrem erscheinen, hilft aber oft dabei die potentielle Zielgruppe des Filmes zu vergrößern und breit positioniert/aufgestellt zu sein. Man muss ihn nur an unterschiedliche Zielgruppen entsprechend passend kommunizieren. Daher macht es Sinn, sich über die „Core-Values“ des vorliegend Filmes im Klaren zu sein um diese je nach Bedarf in den Vordergrund stellen zu können.

Trailer-Schnitt hat also selten etwas mit dem eigenen Geschmack zu tun, oder damit wie man als Independent-Filmemacher sein eigenes Werk gerne promoted sehen möchte. Es ist und bleibt Werbung und handwerkliches Marketing.
Ich hoffe ihr hattet Spaß bei dieser kleinen Zeitreise auf das Deck der TITANIC! Ich glaube ich gehe jetzt mit meiner old school DVD von 2005 an Board und genieße die leicht rot stichigen Bilder des originalen Bildmasters vor der Restaurierung!

Vielen Dank fürs Mitlesen und noch einen schönen sonnigen Sonntag!
Euer Marco

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#04 Werkzeuge des Trailer-Schnitts: Wie man den Zuschauer in den Kinosaal/vor den Fernseher lockt!

Nachdem wir nun wissen auf welche vier wichtigen Säulen wir unseren Trailer stellen müssen, schauen wir uns nun mal das nötige Grundwerkzeug an, womit wir ihn hoffentlich auf diese Säulen hoch bekommen.

Aufgabe des Trailers ist es einen Film (oder Serie etc.), atemberaubend aussehen zu lassen! Entweder weil einem vor Spannung oder Angst der Atem stockt (Action-Film, Horror-Film Trailer), weil man so damit beschäftigt ist die Tränen zu verkneifen (Drama-Film) oder man vor Lachen nach Luft japst!

Gehen wir mal davon aus euch liegt ein wirkliches A-Class Produkt (Film, Serie) vor, zu dem ihr trailern dürft… cool dann habt ihr immer noch viel Arbeit vor euch, einen verdammt guten Trailer zu schneiden, müsst die folgenden Werkzeuge jedoch „nur“ zum veredeln einsetzen. – Aber EINSETZEN! Ein guter Film muss im Trailer trotzdem wie DER BESTE Film aussehen!

Angenommen jedoch, euch liegt ein richtiger sch… schwacher Film vor, welchen ihr bewerben und verkaufen sollt, dann sind diese Hilfsmittel eventuell eure letzte Rettung…

Dank inzwischen vieler Schema-F Trailer von der Stange, kennen wir sie alle! Die berühmten Piano-Pings. DIIIIIIIIIINGGGG (Weltall!)
Dazu kommen dann noch „Sings, FRRRIIINGS, Swishes, Swooshes, Swipes, Hits… (the list goes on!) – achja –Vinyl-Platten SCRATCHER! 😀 (Der Wilhelm-Scream des Trailer-Schnitts!)
Spaß beiseite, wenn ihr sie benutzt klingt euer Trailer: International, groß, „vertraut“, teuer.
Wenn ihr sie weglasst… tut er’s nicht.
Bevor man mir jetzt vorwerfen möchte „Marco, nicht jeder Trailer kann ein Action-Film Trailer sein!“ – Richtig! Aber für jedes Genre gibt es nochmal eigene Sound und Polish-Möglichkeiten die man benutzen sollte – dazu dann mehr wenn wir uns diese Genres im Detail ansehen.

Audio-Grundausstattung

Drones

SFX-Drone Wellenform
SFX-Drone

Hits

SFX-Hit Wellenform
SFX-Hit

Riser

SFX-Riser Wellenform
SFX-Riser

Swishes

SFX-Swishes Wellenform
SFX-Swishes

Suckbacks

SFX-Suckback Wellenform
SFX-Suckback

Whooshes

SFX-Whoosh Wellenform
SFX-Whoosh

Alles was sonst noch cool klingt!

Drum Hits, Drum Rolls, Hisses, Heartbeats… oder alles was sonst noch irgendwie zum jeweiligen Thema passend erscheint!

Grafische-Elemente

Auch auf Bildebene gibt es einige Elemente, welche entweder von Haus aus in jedem Trailer dabei sein müssen und solche, derer man sich kreativ bedienen kann.

„Technische“ Grafikelemente sind in der Regel:

– Studiologos (Bitte nur dann am Anfang des Trailers, wenn es ein großer Player ist! Sonst etwas später und erstmal visuell beeindrucken!)
– Release Date – Tafel
– Film – Titel
– Endpages
– Credit-Tafel / Billing Board

Creative – Grafikelemente

Vorrangig ist hier alles, was dabei hilft die Story möglichst knapp und effizient zu erzählen bspw. durch Schlagworte. Der Komödien-Trailer lebt oft davon! Aber auch andere Genres bedienen sich daran. Anspruchsvolle Filme binden hierüber gerne Stimmen aus der Presse ein.

-Story-Cards/Copy-Cards
-Namens-Tafeln (Bitte nur bei großen Namen. Hart aber wahr!)
-Kritiker-Zitate

Gleichzeitig möchte ich hier ein Nebenthema am Exempel statuieren. „Steht das lange genug?“, „Kann man das Lesen?“, „Vielleicht einen Frame länger stehen lassen?“
Hier der Trailer zu Whiplash. In dem Zusammenhang bitte am Ende auf die Montage achten. Ich denke danach müssen wir über „Steht das zu kurz?“ hoffentlich nicht mehr so viel diskutieren. (P.S.: Beim trailern gibt’s diese Diskussion meist eh eher in ihrer invertierten Form – „Steht das zu lange?!“.)

Whiplash – Trailer

Die Augen des Zuschauers sind heutzutage geübter denn je! – Unterschätzt sie nicht… vor allem aber… unterfordert (langweilt) sie nicht!

Schnitttechnische Mittel

Neben diesen Elementen gibt es noch ein paar Handwerkliche Stilmittel, welche unerlässlich sind um Momente groß zu machen und visuell beeindruckend zu erzählen. Immer schön in Kombination mit tonalen Akzenten:

– Hard-Cuts to black
– Fades to black/white
– White-Flashes
– Stutter Cuts/Flash-Cuts
– Picture-Pushes
– Effektblenden jedweder Art

Zum Abschluss noch zwei oft unterschätzte zunächst unscheinbar wirkende Stilmittel.

Tonal: Das FREISTEHEN lassen von Punch-Lines. Oft kann ein Satz besonders hervorgehoben werden, wenn man kurz zuvor alles auf Tonebene weglässt. Musik weg, SFX weg…PUNCHLINE…und dann wieder Vollgas weiter! Sprich – man baut den Moment vorher auf, lässt ihn wirken und nutzt ihn dann als Startrampe für was cooles!

Kleines Beispiel fürs Freistehen lassen: (Hab euch entsprechend hingespult, nicht wundern!)

Pitch Perfect Trailer – Freistehen lassen eines Gags.

Und ein visuelles im Grunde strukturelles Mittel: Der Nachklapper/Button

Das ist im Grunde der letzte Moment NACH dem Titel. Also nachdem der Trailer im Grunde vorbei ist. Nochmal ein kleines Zuckerl, ein Gag etc. Oft setzt man einen Moment auch ein wenig ab. Man leitet den Moment sozusagen schon mal ein, unterbricht diesen mit der Titel-Card und setzt dann die Pointe on Top. Es kann aber auch einfach ein finaler Moment ganz hinten dran sein. Ein abschließendes Beispiel für Story-Cards und Nachklapper:

Mein Beste & Ich Trailer. Story-Cards und Nachklapper/Button

So! Endlich! Damit dürfte nun so ziemlich alles an wichtigem Know-How vermittelt sein!
Wir kennen die Trailer Strukturen, wir kennen die wichtigsten Werkzeuge um sie mit Leben zu füllen und wir wissen, was das Ziel eines jeden Trailers sein muss:

Den Film des Jahres zu verkaufen!

In den nächsten Beiträgen werden wir dann sowohl mal ins Eingemachte gehen, wie man sich im Trailer-Schnitt organisiert, welche Writer-/Producer-Techniken man anwendet und wie man trotz der ganzen Hilfsmittel und Strukturen, die für jeden Trailer ähnlich sind, einen Schema-F Trailer umgehen kann…

Danke fürs Mitlesen!
Euer Marco

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#03 Die Vier Säulen des Trailerschnitts

Trailerschnitt ist nicht der Kampf um die Aufmerksamkeit des Zuschauers.

Es ist der Kampf um die Sehabsicht des Zuschauers!

Die nötige Aufmerksamkeit bekommt ein Trailer, wenn er gut gemacht ist sowieso. Daher sollte der Trailer, in der Zeit die ihm bleibt, mit seinem starken und stylisch präsentierten Inhalt um die Sehabsicht des Zuschauers kämpfen.
Und nicht mit wahllosem Bilderfeuerwerk versuchen zu Kaschieren, dass er nichts zu erzählen hat. Der Trailer muss einen derart guten Film erahnen lassen, dass derjenige der den Trailer sieht – UNBEDINGT in den dazugehörigen Film muss.


Es gibt nur ein Ziel: Der Zuschauer muss denken „Wow, den Film muss ich sehen!“!

Hier kommt der lustige Teil unseres Jobs als Trailer-Editoren.
Schnittkollegen aus dem Spielfilmbereich denken sich hier oft, naja – also die 2,5 Minuten sind doch schnell geschnitten. Und ja sie haben recht! Die 2,5 Minuten Trailer sind meistens „schnell geschnitten“, aber meist nicht mal eben schnell geschnitten!
Ein Kollege sagte zu mir: Bei einem 90 Minuten Film hast Du ja so viel Material, da bekommst du die 2,5 Minuten ja schnell „voll“, ob ich mir da so viele Gedanken machen müsste beim Trailer-Schneiden…
Ich habs dann so erklärt:
Meistens wenn ich eine Serienstaffel „betrailern“ darf, bekomme ich gern mal 15 Episoden dieser Serie mit einer Laufzeit von ca 20 Minuten pro Episode.
Das sind also 300 Minuten Material und mein Trailer dazu geht exakt 30 Sekunden.
Ich mache mir ehrlich gesagt erstmal nicht so viele Gedanken um die wenigen Momente die ich reinnehmen werde um diese 30 Sekunden zu füllen.
Ich mache mir aber lange und viele Gedanken um die 229,5 Minuten, die ich NICHT benutzen kann! Beim Spielfilm sind es immer noch 87,5 Minuten, die gut überlegt sein wollen!

Deshalb zum besseren Verständnis, was wir Promo-Editoren wirklich tun – hier die Vier Säulen auf denen ein guter Trailer steht.

Säule 1: Die drei S – Spannendes, Simples Storytelling

Damit der Trailer die spannendste Geschichte aus, oder zum Film erzählen kann, muss man genau wissen was man in den Trailer packen sollte. Noch viel wichtiger ist es jedoch zu wissen, was man besser rauslässt, um die Story simpel zu halten!
Wer sich hier gute Gedanken macht, erreicht am Ende, dass der Zuschauer sich erinnern kann worum es in dem Film geht, oder zumindest denkt er wüsste jetzt ziemlich gut bescheid. Und dass er es cool findet und auch sehen will!

Unbedingt zu vermeiden sind unnötige Details sowohl Bildschnitt-technisch, als auch im Storytelling! „Boil-It Down!“ Der Trailerzuschauer muss nicht alles aus der Film-Story so verstehen wie es der finale Filmzuschauer muss.

Säule 2: Style

Hierfür gibt es eine ganze Reihe von nützlichen „Tools“ denen man sich als Trailer-Editor bedient und die lernen wir dann auch bald mal kennen. Hier jedoch schon mal der Grund wozu man sie braucht:
Nur eine gute Geschichte zu haben reicht einfach nicht! Mann muss sie zu einem Event machen! Es muss stylisch gemacht sein, damit es als „Wow“-Moment beim Zuschauer hängen bleibt. Der Trailer soll und muss vor allem eins – Spaß machen!
Einen Film sieht man sich an, und man taucht in ihn ein!
Auf einen Trailer schaut man drauf! Wie auf einen Klappentext. Entweder man hatte spaß und war gut unterhalten – oder eben nicht. Deshalb Hauptsache es ist cool, macht spaß und weckt maximale Neugier!

Säule 3: Rhythmus

Trailerschnitt ist eigentlich eine hochmusikalische Angelegenheit, denn hier ist perfekter Rhythmus alles! Jeder Beat, jedes Timing in Bild und Ton und in der Musik müssen sitzen! Das ist es, was am Trailerschnitt am schwersten zu lernen ist. Musikalisches Gefühl und Rhythmus.
Der Trailereditor ist derjenige, der die Musik für den Trailer recherchiert, auswählt, editiert und oft im Pre-Mix auch die Nuancen vorgibt. Gleiches gilt für das Sounddesign und die Soundeffekte.
Es gibt hier niemandem nach dem Trailer-Editor, der all diese Dinge hinzufügt wie beim Spielfilm.

Auch hier erkennt man oft die kleineren Independet-Trailer und Hobby-Trailer. Ihnen mangelt es sehr oft an einem guten Sound-Design und am richtigen Rhythmus. Abgesehen davon ist das Storytelling dann leider auch meist etwas schwächer – also schon zwei Säulen die in diesem Bereich oft wackeln. Auch dazu bald mehr.

Eben weil diese dritte Säule so wichtig ist, schon mal der Hinweis – oft beginnt man den Trailerschnitt DAMIT und nicht mit den richtigen oder vermeintlich falschen Bildern aus einem Film ;). Suprise!
Bald folgen die Details dazu!

Säule 4: Polish – Und zwar bis es glänzt!

Die Zeit des Trailers ist sehr begrenzt, der erste Eindruck zählt und eine zweite Chance – gibt es nicht! Der Auftrag ist es den Film zu VERKAUFEN! Wie ein Marktschreier! Manchmal gehts aber auch subtiler.

Alles muss richtig auf den Beats landen und im Rhythmus sein. Dialoge sollten klar herausstechen und die Soundeffekte sollten überlegt und gut akzentuiert sein. Musikschnitte müssen organisch sein und im richtigen Takt.
Nichts Überlfüssiges sollte zu sehen oder zu hören sein. Hier MUSS man mit Gefühl für Detailarbeit ans Werk gehen!

Im Zweifel ist das perfekte Polish oft kriegsentscheidender als die perfekte Story! Ihr glaubt mir nicht? Dann mal eben hier ein Trailer, der in meinen Augen und Ohren eine musikalisch-rhythmische Glanzleistung ist. Da interessiert einen dann die etwas maue Story (für die der Trailer aber wenig kann) auch schon gar nicht mehr so…

Official Trailer 1 Resident Evil: the Final Chapter.

Als Vergleich noch ein alternativer Edit, ebenfalls ein Official Trailer, damit wir uns schon mal dem Thema unterschiedliche Trailer für Kampagnenbreite annähern:

Official Trailer Resident Evil: the Final Chapter.

Oh man 😀 Ich hatte gerade richtig Spaß diese Trailer zu gucken! Beinahe hätten sie es geschafft, dass ich mir diesen schwachen Film nochmal ansehe :P!

Nachdem ich jetzt gefühlt zwei Wochen darüber geredet habe, warum man im Trailer manche Dinge macht und was wir Trailer-Editoren bezwecken:

Spannendes, dennoch einfaches und extrem poliertes Erzählen – mit Stil und Rhythmus!

Kann es jetzt langsam um das detaillierte WIE GENAU gehen!

Vielen Dank fürs Mitlesen.
Euer Marco

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#02 Grundlagen: Struktur und Aufbau eines Trailers „Es ist die Frage, die dich hergeführt hat, Neo!“

Anhand der Beispiele aus dem ersten Grundlagen-Beitrag wissen wir, welche unterschiedlichen Trailer-Gattungen es gibt. Und wir wissen auch, dass egal welche Länge der Trailer oder der Teaser zu Matrix hatte, die Frage am Ende stets irgendwie „Was ist die Matrix?“ lautete. Die Frage also, welche das Jahr 1999 maßgeblich geprägt hatte. Es ist auch die Frage, welche die Zuschauer am Ende ins Kino gelockt hat.
Und weil es die Frage ist die auch Euch hergeführt hat, schauen wir uns jetzt an, wie die unterschiedlichen Trailer in den meisten Fällen strukturiert und aufgebaut sind!

„Leider kann man nur schwer erklären wie sie aufgebaut sind, man muss es selbst erleben!“ Deshalb im Folgenden ein paar Screenshots von unterschiedlichen Trailer-Timelines (nicht Matrix!).

Film-Trailer

Beim klassischen Film-Trailer mit bis zu 2:25 Minuten Laufzeit hat man es meistens mit einer klassischen 3-Akt Struktur zu tun.

Trailer-Struktur eines 2:25 Minuten langen Film-Trailer.

Akt I: Die Welt des Filmes wird dem Zuschauer vorgestellt, ebenso wie die wichtigsten Figuren des Films.

Akt II: Hier wird der Konflikt der Geschichte erzählt, ebenso werden die wichtigsten Plot-Details der Geschichte gezeigt. VORSICHT(!) Story – Ja, Spoilern – Nein!
Der Zuschauer sollte verstehen worum es prinzipiell geht, respektive sollte er sich die richtigen Vorstellungen machen können und das richtige Gefühl für den Film bekommen.
Man sollte hier weder zu nah am Original erzählen, noch eine völlig andere Geschichte als der Film erzählen. Aber zwischen diesen beiden Limitierungen ist die kreative Spielwiese breiter als man denkt und prinzipiell ist ALLES erlaubt was Spaß macht! Selbst wenn das Storytelling dann im Trailer doch evtl. hier und da mal hinken mag – Hauptsache es ist COOL und unterhaltsam!

Style triumphiert hier oft über Story! – Leider… manchmal aber auch zum Glück!

Deswegen ist es oft gar nicht so leicht zu sagen, ob ein Trailer jetzt wirklich inhaltlich gut und stark war, oder ob er nur irgendwie wild und „flashy“ genug war, sodass man als Betrachter vor lauter überforderter Glückseligkeit mitgegangen ist. Ein guter Trailer ist beides! Er erzählt selbst eine packende Story, funktioniert ein Stück weit autark vom eigentlichen Film und ist gleichzeitig stylisch!

Erzähle eine Geschichte – und erzähle sie so stylisch wie möglich!

Akt III: Hier fährt die Story auf ihren absoluten Höhepunkt und gleichzeitig geht es aus Trailersicht nur noch um Spaß haben! Dicke Musik, stylische Montagen und fetzige Bildfolgen. – Was nach purer Willkür klingt sollte alles sein, bloß NICHT DAS! Hier muss wirklich jedes Frame – und das meine ich wörtlich –sitzen! Neben oft fehlendem Style ist das sogenannte „Polish“*, das woran man sofort einen Amateur-Trailer vom Profi-Trailer unterscheiden kann. Amateur-Trailern mangelt es, neben Style auch oft am Polish!

*Dazu im Verlauf des Blogs mehr!*

Film-Teaser

Bei einem Film-Teaser hat man es dagegen oft mit einem Zweiakter zu tun.

Trailer-Struktur eines 1:35 Minuten langen Film-Teasers.

Akt I: Die Grundstimmung und das Setting des Films werden gezeigt. Das Zentrale Thema des Films oder ein Teilaspekt der Geschichte wird in den Vordergrund gestellt. Es wird nicht viel aus erzählt! Aus Sicht des Films ist die Story höchstens angeschnitten oder angedeutet. Aus Sicht des Teasers selbst ist es ein kleiner Storybogen für einen Teilaspekt des Films. Oft bedienen sich auch TV-Promos der zwei Akt Struktur!

Akt II: Mit einem „großen Knall“ gehts hinten raus, damit der Zuschauer mit einem einprägsamen „Wow – Moment“ aus dem Film zurückgelassen wird. Über den Daumen gepeilt kann man sagen, dass die letzten 30 Sekunden eines Film-Teasers oft genretypisch belegt sind:
Bei einem Action-Film ist es die größte Schlacht oder der actionreichste Moment.
Drama Filme präsentieren hier einen hoch emotionalen Moment.
Komödien einen super lustigen Gag.
Und bei einem Horrorfilm packt man hier den größten Jump-Scare rein.

Tipp: Man kann lahmere Momente aus dem Film mit Trailer-Schnittmitteln aber auch so aufblasen, dass der Zuschauer denkt das ist der größte Bombast-Moment des Films, wohingegen er diesen dann tatsächliche erst im Kino zu Gesicht bekommt. Wenn man wenig gezeigt hat, der Zuschauer aber das Gefühl hat viel gesehen zu haben ist es in der Regel nicht verkehrt!

Phrase: „Alles Gute war schon im Trailer!“ Kann damit oft vermieden werden!

Promo-Trailer

Ein Promo-Trailer bedient sich in seinem Aufbau oft an den gleichen Strukturen wie ein Film-Trailer oder Teaser, mit dem Unterschied, das hier jeder Akt wesentlich kürzer ist.
Die Story ist sozusagen hoch kondensiert -stark vereinfacht- und eingedampft auf die pure Essenz!

Trailer-Struktur eines 30 sekündigen Promo-Trailers.

Der Inhalt der Akte entspricht hier dem der vorangegangen Beispiele. Größter Unterschied ist die Laufzeit. Bei einer Promo kann der erste Akt oder auch die Exposition oft gerade mal 5 Sekunden in Anspruch nehmen, bevor dann für die eigentliche Story weitere 10-15 Sekunden zur Verfügung stehen, um in den letzten 5-10 Sekunden des Trailers nochmal ein kleines Feuerwerk abzufeiern. Insbesondere bei Promo-Trailern ist POLISH(!) das Wichtigste! Hier gibt es keinen Platz für Fehler im Sinne von „Sloppy“ Edits etc. Jedes Frame (wie schon mal erwähnt ich meins wirklich wörtlich!) muss sitzen und poliert sein! Jeder Beat und jeder Akzent in Bild und Ton (Soundeffekte, Musik) müssen sitzen. Alles was im Trailer zu sehen oder zu hören ist sollte aus einem Grund zu sehen oder zu hören sein! Kein Frame darf verschwendet und kein Moment verschenkt werden.

Je kürzer der Trailer, desto weniger Platz kann vergeudet werden!

Wie man diese allgemeinen Akt-Strukturen im Detail mit Leben und Inhalt füllt, schauen wir uns dann in weiteren Beiträgen an. Bis dahin könnt ihr auch gerne eure Lieblingstrailer mal auf diese Strukturen hin untersuchen. Bevor wir aber fürs erste schon wieder fertig sind:
Da wir jetzt soviel Theorie gebüffelt hab – lasst ein bisschen Spaß haben!

Let’s deconstruct the Matrix-Trailer!

Es fehlen eigentlich noch ein paar weitere Grundlagen ABER ich denke an diesem Punkt sind wir fit genug mal ein bisschen tiefer in den Kaninchenbau zu klettern, lasst mal sehen ob wir die drei Akt Struktur im Matrix-Trailer wiederfinden können. Diesmal auch die digital restaurierte Fassung. Versucht als erstes bitte euer Hirn zu Re-Setten auf Frühjahr 1999. Ein paar Monate bevor der bis dahin bahnbrechendste Sci-Fi Film das Licht der Welt erblickt. Bullet-Time – haben wir noch nie gehört. Leute die in Lederkluft mit Sonnenbrillen, böse Computerprogramme vermöbeln – seltsam – können wir gerade gar nix mit anfangen aber klingt schon cool. Die damaligen Wachowski Brüder -heute Schwestern – No names!
Unsere Telefone hängen entweder noch an einer langen Schnur oder sind fast so groß, dass man einen Rucksack für sie braucht. Internet ist meistens noch 56 k/bits schnell und auch sonst ist alles noch so bisschen pre-digital angehaucht. Smartphones und Wi-Fi sind selbst noch Sci-Fi. Und dann präsentiert man uns das:

Matrix (1999) Trailer. (Digital restauriert für BluRay-Release)

Der Trailer beginnt also mit einem super coolen Moment. Da wir den Film aber inzwischen gut kennen, wissen wir das dieser hier bereits ein wenig für maximale Wirkung aufgepustet wurde.

Nachdem der Trailer nun definitiv unsere Aufmerksamkeit hat (es ist immer noch Frühjahr 1999!) beginnt die Story! Nach 13 Sekunden.

Jetzt sind 38 Sekunden vergangen und der erste Akt endet mit der wichtigsten Frage über die man 21 Jahre später noch philosophiert…bitte sagt mir, dass ihr jetzt gerade Beifall klatscht! Nebenbei haben wir die wichtigsten Haupftfiguren gesehen und zunächst alles an die Hand bekommen, was wir brauchen für den zweiten Akt, in dem die Story sich entfaltet.

Im zweiten Akt wird der Gegner eingeführt aber er wird nicht groß erklärt. Aber wir bekommen eine Ahnung, dass es um die Menschheit an sich geht und jemand was gegen uns hat. Coole Action-Montagen unterstreichen das Ganze und am Ende heißt man uns in der „Wirklichkeit“ willkommen. Nach 1:12 Minuten endet der zweite Akt des Trailers und wir wissen jetzt alles was wir wissen müssen und haben die Vorstellung von einer Geschichte erhalten. Übrigens so ziemlich genau zum Midpoint des Trailers ;).

2 Minuten und 15 Sekunden. Und wir wissen worum es grundsätzlich geht, obwohl man uns vergleichsweise wenig erzählt hat. So wirklich, wirklich viel gesehen haben wir eigentlich auch nicht – verglichen mit dem Film – wurden wir nicht gespoilert, haben gefühlt 70% der Filmwelt noch nicht wirklich gesehen und dennoch… Wissen wir, dass die Matrix eine Scheinwelt ist, dass irgendetwas die Menschheit auslöschen möchte und das Neo gekommen ist um die Welt zu retten…nunja böse gesagt… mehr ist es ja auch erstmal nicht.
Am schönsten ist jedoch, dass der Trailer dennoch den Bullet-Time Effekt nicht spoilert obwohl er ihn irgendwie zeigt. Schaut den Film mal nochmal, dann seht ihrs selbst.

Danke fürs Mitlesen!
Euer Marco.

P.S.: Lasst mal kurz noch bisschen Aluhut aufsetzen. Es gab seit jeher in Fan-Kreisen die These dass man Matrix auf unterschiedliche Arten „Lesen“ kann u. A. dass nie so ganz klar wird ob Morpheus Neo wirklich aus der Matrix rausholt oder aber gar erst in sie Hineinführt. Auch wurde oft angezweifelt das die von Morpheus als real verkaufte Welt wirklich der Realität entspricht…schaut mal den Trailer nochmal durch DIESE Brille. Hab euch die entscheidenden Moment oben bei den Bildern mit einem Stern markiert. Zur Morpheus Theorie findet sich einiges im Netz, ihr könnt auch gern auf meinem Kanal in dieser Playliste die Filmanalysen ansehen:
https://bit.ly/2VEZBri

Matrix Filmanalyse.


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#01 Grundlagen: Trailer-Arten: „Was ist die Matrix?“ Vom Film-Trailer bis zum On-Air Promo Spot!

Lasst uns mal zunächst die unterschiedlichen Arten von Trailer und deren Unterkategorien versuchen zu definieren, und dabei deren spezifischen Eigenheiten fest halten.
Trailer unterscheiden sich je nach dem, welcher Trailer-Gattung sie angehören, sowohl in ihrer Laufzeit, dem jeweiligen Verbreitungsweg auf dem sie gespielt werden sollen (Online, Kinosaal, TV, Streaming-Service…), indem was die Absicht des Trailers unter Marketing-aspekten sein soll und auch für welche Zielgruppe sie gemacht werden.

Grundsätzlich lassen sich jedoch folgende Kategorien definieren:

  • Kino – Trailer
    • Film – Trailer
    • Film – Teaser
  • Promo-Spots
    • Promo – Trailer
    • Promo – Teaser
    • On-Air Promo

Der Hauptunterschied dieser beiden Hauptkategorien ist in der Regel die Laufzeit.
Wo ein Film-Trailer schon mal bis zu 2 Minuten 30 Sekunden Laufzeit haben kann,
ist ein Promo – Trailer mit seinen 05(!) – 30 Sekunden recht knackig.

Innerhalb der Kategorien trifft bei beiden jeweils für die Teaser im vergleich zum Trailer der Umstand zu, dass diese (noch) kürzer sind als die jeweilige Trailer Variante und sie oftmals eher kurze Ausschnitte, einzelne Gags usw. präsentieren, ohne zwingend ein eigenes Narrativ zu erzählen.

Allen Kategorien gemeinsam, sind oft die Schnitt-Technischen Elemente und Stile. Aufgrund ihrer Kürze gibt es für Promo-Spots jedoch noch eine Fülle an zusätzlichen Dingen die eine Rolle spielen, so dass man am besten als erstes mit den leichteren Formaten – längeren Film-Trailern – beginnen sollte.

Film – Trailer

Ein Film-Trailer hat in der Regel eine maximale Laufzeit von 2 Minuten und 30 Sekunden. Hin und wieder wird aber auch auf bis zu 2 Minuten und 45 Sekunden gestreckt. Des Öfteren finden sich jedoch kürzere Werke mit 2 Minuten oder etwas weniger Laufzeit.
Zu Gesicht bekommt man diese Gattung hauptsächlich im Kinosaal vor dem eigentlichen Film oder auch online, wo er auf Youtube auch immer häufiger von Fans und Filmportalen diskutiert und geteilt wird.

Hauptaufgabe dieser Trailer-Gattung ist es, die Geschichte des Films möglichst kurz zusammenzufassen und alle für den Zuschauer wichtigen Informationen möglichst effizient und so interessant wie nur möglich zu präsentieren.

Neben einer Vielzahl an handwerklichen Gestaltungsmöglichkeiten und einiger „Do’s and Don’ts“ gibt es „beim trailern“ im Allgemeinen nur eine wichtige Grundregel…

Wenn’s nicht rockt, isses für’n Arsch!

Egal welchem Genre der dem Trailer zugrunde liegende Film angehört, bedienen sich Trailer-Editoren genreunabhängig gewisser Stil-Elemente oder Schnitttechniken um beim Zuschauer maximale Aufmerksamkeit zu erlangen und gleichzeitig einen hoffentlich bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Perfektes Endresultat ist es, wenn der Trailer beim Betrachter eine Sehabsicht für den eigentlichen Film provoziert. Deshalb sind Trailer immer hoch stilisierte Schnitt-Güter!

Obwohl die Thematik Trailerschnitt sehr umfangreich, und eine Wissenschaft für sich sein kann, ist die Logik beim Zuschauer am Ende relativ simpel und basiert auf reiner Assoziation (teils auch unterbewusst):

Lahmer Trailer = Lahmer Film
Mitreißender Trailer = Film
den man sehen muss

Auch wenn sich das am Ende im Kino auch manchmal als Trugschluss herausstellt, ist es für den Trailer zunächst das Einzige das zählt. Wichtig ist jedoch, dass man der Essenz des Films treu bleibt, da sonst falsche Erwartungshaltungen geschürt werden, welche gerne im Nachgang diese berühmten Phrase hervorrufen: „Der Trailer war besser als der Film“ – und das ist dann leider aber auch kein Kompliment für den Trailer!
Hier ein Beispiel für einen Trailer:

Der original Trailer von Matrix (1999) – Es gibt diesen Trailer auch digital restauriert für die BluRay-Veröffentlichung. Allerdings liebe ich den Nostalgiefaktor der „originalen original Version“. (In 4:3 war er übrigens auch schön anzusehen!)

Und weil es irgendwann hier um Trailer Analysen und Trailer-Stile gehen wird…hier zum Vergleich schon mal zum Üben noch der Trailer zu Matrix Revolutions von 2003:

Matrix Revolutions Trailer von 2003.

Viel Spaß beim Vergleichen, ich wäre gespannt zu hören, was euch bei den beiden Trailern alles auffällt! – Es gäbe da eine ganze Menge von meiner Seite…

Film-Teaser (Teaser-Trailer)

Der Film-Teaser ist der kleine Bruder des Trailers, wenn man so möchte, und er ist in der Regel vor dem Trailer verfügbar. Manchmal auch lange vor dem Trailer. Teaser entstehen auch oft oder fast ausnahmslos, während sich der Film noch in der Post-Produktion befindet und selbst noch nicht fertig ist. Am Beispiel des obigen Matrix – Trailers kann man sehen, dass letzteres manchmal auch sogar noch beim Trailer selbst der Fall ist!

Den Teaser findet man ebenfalls vorrangig im Kino-Saal und online. Monate vor dem eigentlichen Kinostart des Films.
Teaser können in ihrer Laufzeit stark variieren, befinden sich aber meist irgendwo zwischen 1 und 2 Minuten. Der Teaser unterscheidet sich vom Trailer hauptsächlich durch seinen Inhalt.

So offenbart der Teaser meist wenig Information über die eigentliche Story, wohingegen der Trailer genau diese versucht kurz zusammenzufassen.
Der Teaser hat als Hauptaufgabe zu „teasen“ also zu locken. Deshalb geht es hier mehr um „Style“ und dem Fokus auf meist eine einzige Kernaussage um einen Hinweis auf die mögliche Story des Films zu geben, ohne diese zwingend zu erklären!

Wieder als Beispiel die jeweiligen Teaser-Trailer zu Matrix (1999) und Matrix Revolutions (2003):

Teaser-Trailer zu Matrix (1999)
Teaser-Trailer zu Matrix Revolutions (2003)

Promo-Trailer/Teaser (TV-Spots, On-Air Promo)

Den Promo-Trailer oder auch TV-Spot genannt, sowie den ihm sehr ähnlichen On-Air Promo-Trailer, findet man im Fernsehen oder ebenfalls online.
Die Eigenheit eines On-Air Promo Trailers ist übrigens die, dass dieser vom jeweiligen TV-Sender für sein Programm erstellt wird – also Eigenwerbung darstellt – und somit auch dem „Sender-Stil“ respektiver der Sender-CI unterliegt. Sowohl was mögliche grafische Elemente betrifft, als auch im „Wording“ der Voice-Over Texte und nicht zuletzt, in welcher Art und Weise gewisse Themen auf dem jeweiligen Sender präsentiert oder eben auf keinen Fall präsentiert werden! Filme, die im Laufe der Jahre auf unterschiedlichen Sendern gelaufen sind, wurden demnach auch für jeden Sender neu und eigens beworben!
Konzentrieren wir uns nun zunächst generell auf Promo-Trailer.
Vorausgesetzt also: Ein Film der gerade im Kino läuft, soll im Werbeblock eines TV-Senders oder online in Form von PreRoll-Ads in maximal 30 Sekunden beworben werden.

Die schwierigste Hauptaufgabe des (On-Air) Promo-Trailers ist es, eine sehr vereinfachte Version der Filmgeschichte spannend und mitreißend zu präsentieren.

Als kurzer Einschub: Das ist es auch, was mich an diesem Job so fasziniert! Eine Geschichte die 90-120 Minuten lang ist, in 2 Minuten 30 Sekunden zu erzählen erscheint schon ambitioniert genug. Aber das dann nochmal zwei Minuten kürzer in nur 30 Sekunden ohne alles in 5-facher Geschwindigkeit abzuspielen… JA es geht! Immer! Versprochen.

Zur Veranschaulichung hier ein Sammel-Reel mit unterschiedlichen TV-Promos zu Matrix (1999), welches folgende Spots enthält:

00:00 Manson
00:33 Reality
1:06 Forget Everything
1:39 Mystery
2:13 Buckle Up
2:30 The Answer
3:03 Kung Fu
3:37 Whoa

Matrix (1999) TV-Promos

Hier die folgenden TV-Spots zu Matrix Revolutions:

00:00 Give Anything
00:33 Help
01:06 Power
01:39 Future
01:57 Believe
02:25 Control

Matrix Revolutions (2003) TV-Promos

Zu erkennen ist, wie einzelne Kernthemen eines Films als Kernaussage für die Promo-Trailer herangezogen werden und jeder Trailer sich auf EINE dieser Aussagen fokussiert!

Ein Promo-Trailer hat im Unterschied zu Kino-Trailern wesentlich schwierigere Rahmenbedingungen. Im Kino, kann der Zuschauer dem Trailer nicht entkommen. Ein dunkler Saal – und man muss es sozusagen aussitzen was einem da vorgesetzt wird.
Promos hingegen müssen die Aufmerksamkeit der Zuschauer umgehend von der ersten Sekunde an auf sich lenken und das während der Zuschauer eigentlich gerade dabei ist die Kanäle durchzuzappen oder auf Youtube bereits im Begriff ist weiter zu klicken! Ein Promo-Spot ist zudem selten etwas, dass sich jemand bewusst ansehen möchte, da es sich oft anfühlt wie lästige Werbung. Wohingegen viele Fans es kaum erwarten können bis endlich der erste Film-Teaser oder Film-Trailer des heiß ersehnten Filmes (sagen wir mal Matrix 4) erscheint!

Wie „wir“ Promo-Editoren dass dann trotz der Umstände irgendwie hinbekommen, erfahrt ihr Stück für Stück in diesem Blog!

Zu guter Letzt ein ProSieben On-Air Promo-Trailer zu Matrix Revolutions, wie der Film also aus Sicht eines Senders promoted wird und somit auch im Hausstil des Senders verpackt und präsentiert wird:

ProSieben On-Air Promo-Trailer zu Matrix Revolutions.

Das wars dann auch schon mal mit der Übersicht der grundlegendsten Trailer-Gattungen anhand eines konsistenten Beispiels!

Ich wünsche euch jetzt viel Spaß mit den verlinkten Videos und würde mich natürlich freuen, wenn ihr Lust habt eure Meinungen in die Kommentare zu schreiben. Gleichzeitig habt ihr jetzt – denke ich – auch mal einen kleinen Eindruck bekommen, wie sich dieser Blog entwickeln wird.

Viel Spaß und danke fürs Mitlesen!
Euer Marco

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TRAILER’S ANATOMY – Coming Soon!

Hi Leute,

wie bereits angekündigt, wird es in Zukunft intensiver um Promo-Trailer und Trailer im Allgemeinen gehen. Hierzu hatte ich euch versprochen mit Fallbeispielen und Trailer-Analysen baldmöglichst um die Ecke zu kommen.
Das wird noch ein bisschen dauern, weil es recht aufwändig ist die Fallbeispiele aufzubereiten, ebenso wie die nötigen Freigaben dann noch zu bekommen ABER als Zeichen dafür, dass sich was rührt – hier das Cover der Blog Reihe:

Damit ihr in Zukunft erkennt, dass es sich um eine Trailer Analyse handelt und nicht um einen theoretischen Beitrag.

Cover der Blog-Reihe „TRAILER’S ANATOMY“.

Für jeden der noch nichts mitbekommen hat und sich gerade wundert – warum und für wen?

Hauptsächlich – darum. 😀 Weil ich Lust drauf habe ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern und auch gerne um mit euch gemeinsam fach zu simpeln, was starke Trailer ausmacht. Künstlerische Aspekte, handwerkliche Aspekte, Zielgruppen-Geschmäcker, Trailer-Stile & Arten usw.

Und für wen nochmal genau? Jeden den es interessiert. Ob Editoren aus anderen Gefilden, die mal reinschauen wollen, wie man eine 90 Minuten Story in 30 Sekunden erfasst, Promo-Kollegen, Filmemacher, Marketing-Kollegen usw.

Freu mich sehr darauf euch bald was zeigen zu können!

Bis bald!
Euer Marco